Das waren sie also: 5 Monate in Sizilien! Versuch eines Fazits

Viva la Sicilia! Ankunft in Berlin-Tegel mit sizilianishcer Flagge

Viva la Sicilia! Ankunft in Berlin-Tegel mit sizilianischer Flagge

Schon mehr als 2 Wochen bin ich wieder in Deutschland. Und ein bisschen gedrückt habe ich mich vor diesem Beitrag ja irgendwie doch. Es ist eben doch ein komisches Gefühl über die vergangenen 5 Monaten zu resümieren, ein Fazit zu ziehen – so viel hat sich ereignet, dass man gar nicht so recht weiß, womit man eigentlich anfangen und wieder aufhören soll!

Manchmal versuche ich mich in die Zeit meiner Ankunft in Sizilien zurückzuversetzen, eine Zeit, in der ich maßlos überfordert von Kultur, Sprache, Lebensumständen und der südlichen Mentalität orientierungslos durch die – zu diesem Moment noch völlig unübersichtlich wirkende – Stadt Messina irrte und mich ernsthaft zu fragen begann, ob ich mir mit Sizilien nicht doch etwas zu viel zugemutet hatte! Abenteuer – haha! Aber so richtig! „Was zum Teufel mach ich hier???!!!“, war eine Frage, die mich zumindest in den ersten Wochen nicht mehr so leicht loslassen sollte. Dass es eine besondere Erfahrung werden würde, hatte ich ja schon geahnt, aber dass die Auslandserfahrung derartig an meinen Nerven zerren und mir mehr als deutlich (und sehr unsanft) meine eigenen Grenzen aufzeigen würde, damit hatte ich wirklich nicht gerechnet! Aber wie mir spätestens jetzt sehr bewusst ist: dieses Gefühl der Hilflosigkeit gehört wohl einfach zu einem Auslandsaufenthalt dazu.

Denn, natürlich, auch wenn ich den aufmunternden Bekundungen aus der fernen Heimat Deutschland zunächst keinen Glauben schenken wollte („Die sollen doch alle mal selber hierher kommen, SO einfach ist das hier wirklich nicht!“), wurde es nach einer gewissen Zeit wirklich besser. Ich lernte den Unzulänglichkeiten des alltäglichen Lebens mit der typischen sizilianischen Gelassenheit zu begegnen und merkte, wie mich Dinge, die mich am Anfang auf die Palme gebracht hatten, immer weniger aufregten. Unpünkliche und überfüllte Straßenbahnen? Überquellende Mülltonnen und kaputte Straßen? Ein chaotisches Bildungssystem? Unschön, aber ändern kann man es ja doch nicht. Man kann nur lernen, damit klarzukommen.

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So begann ich die schönen Seiten der Insel zu entdecken, begann zu reisen und spätestens ab diesem Zeitpunkt war es um mich geschehen! Das Klima, die Vegetation, die endlose Sonne, die unglaubliche Weite, das gute Essen und vor allem eines: die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Sizilianer machten es mir völlig unmöglich länger missgelaunt zu sein. Sizilien – ein schönes Fleckchen Erde. Die deutsche Heimat rückte mit jedem Monat weiter weg, ich gewöhnte mich immer mehr an den sizilianischen Alltag, begann einige Verhaltensweisen der Einheimischen zu übernehmen (eine gepflegte Siesta nach dem Mittagessen, das Haus NIE ohne Sonnenbrille verlassen, Handy immer in Griffweite halten, Piano-piano-Mentalität, im Zweifel einfach Menschen anquatschen und um Hilfe fragen…usw.)

Frühstück a la siciliano: Granita di caffè e brioche

Sizilianisches Frühstück: Granita di caffè e brioche

Und ganz nebenbei stellte ich mich immer mutiger neuen Herausforderungen. Es erfüllt mich mittlerweile mit großem Stolz, wenn ich daran denke, wie viele Dinge, die ich mir früher nicht zugetraut hätte, einfach gemacht habe. Einfach so. Weil mir gar nichts anderes übrig blieb, als mich laufend immer wieder auf’s Neue selbst ins kalte Wasser zu schubsen! Dies war unglaublich bereichernd – und so sentimental es auch klingen mag, ich möchte diese ganze Auslandserfahrung und die vielen schönen Momente nicht mehr missen.

Spätestens als ich im Flieger nach Berlin saß, die Türen des Flugzeugs sich schlossen und dieses sich langsam in Bewegung setzte, trat das ein, worauf mich meine sizilianische Freundin Laura bereits mental vorbereitet hatte: „Mit Sizilien ist es so: man weint genau zweimal. Einmal, wenn man kommt, und einmal, wenn man wieder geht!“ Und tatsächlich: die Tränen waren nicht mehr zu bremsen. Mein Sizilien da unten, meine Insel…neeein! Lasst mich wieder aussteigen! Während der Flieger abhob, musste ich hilflos mit ansehen, wie die Insel sich immer weiter von mir entfernte, immer kleiner wurde, bis sich schließlich Wolken in meine Sicht schoben und einen letzten sehnsuchtsvollen Blick auf Sizilien unmöglich machten. Die Insel, die mir vor 5 Monaten noch ein kribbliges Gefühl, Nervosität und Sorgen (wie es wohl werden würde?!) bereitet hatte – plötzlich wie eine weitere vertraute Heimat. Sizilien – eine Liebe , die noch eine Weile ihre Spuren hinterlassen wird…auch wenn es erst Liebe auf den zweiten Blick war. Denn, wen die Insel einmal in ihren Fängen hat, den lässt sie nicht mehr so schnell los! Vielleicht kehre ich schon diesen Sommer zurück.

Ps: Dieses Blogprojekt erkläre ich hiermit auch erstmal als beendet. Ihr seid aber natürlich herzlich eingeladen, euch nochmal durch die letzten 5 Monate zu blättern und euch durch die Höhen und Tiefen meines Aufenthalts zu lesen.😉
Wer sich selbst auf die Insel trauen möchte (und dies auf jeden Fall auch tun sollte!), und noch ein paar Fragen an mich hat, darf diese übrigens gerne per Mail an mich richten: sommerdiebe (at) gmx.net. Ich helfe gerne weiter🙂

Italienische Reise – Teil 4: Shopping, müde Füße und der schiefe Turm von Pisa

Am vorletzten Tag unserer Reise ging es dann noch – wieder von Firenze aus – für einen Tag nach Pisa. Viel über die Stadt wussten wir nicht. Klar, schiefer Turm von Pisa. Wie oft hatte man den schon auf Postkarten gesehen, nun würden wir ihn live und in Farbe zu Gesicht bekommen! Zunächst wurde unser Entdeckungseifer jedoch von der sehr verführerischen Fußgängerzone Pisas gebremst und unsere Aufmerksamkeit voll und ganz auf unzählige von Shoppingmöglichkeiten gelenkt! Ein Paradies des Einkaufens! So viel Auswahl! (In Messina konnte man dieser Beschäftigung nämlich leider nicht soo gut nachgehen, da das Angebot doch sehr begrenzt war). Es dauerte daher auch nicht lange – und wir fanden uns in Umkleidekabinen bei der Anprobe diverser Kleidungsstücke wieder! Beglückt von unseren Neuerwerbungen, traten wir wieder auf die Straße. Und stellten zu unserem Erstaunen fest, dass schon 2 Stunden vergangen waren – und der Bahnhof, an dem wir vor 2 Stunden angekommen waren – immer noch in SICHTWEITE war! Ähem..ja, in Pisa bewegt man sich halt doch etwas langsamer voran…

Derart an unser eigentliches Tagesziel – die Besichtigung der Stadt – erinnert, liefen wir also weiter ins Zentrum, das sich als sehr lebendig herausstellte. Wie Firenze ist auch Pisa am Fluss Arno gelegen, der der Stadt viel Atmosphäre gibt.

Und dann – endlich! Der Turm! Es war ein komisches Gefühl ihn in der Realität zu sehen, wo man ihn doch wirklich schon zur Genüge in Reiseprospekten, auf Italien-Reiseführern und sonstwo schon als Fotografie gesehen hatte. Ja, er ist schief! Aber sowas von!

Auf den Klassiker – „Gegen-den-Turm-lehn-Fotos“ – wollten wir natürlich auch nicht verzichten…wenn man schon mal da ist. Allerdings auf die Besteigung des Turms: 18 Euro pro Person! Die spinnen doch allen Ernstes! Aber scheint ja genug Touristen zu geben, die bereit sind, diesen Preis für eine nur kurze Besichtigungszeit (aus baulichen Gründen ist die Besichtigung zeitlich stark begrenzt) zu bezahlen…

Wir gönnten uns stattdessen einen guten Teller leckerer Pasta in einem gemütlichen kleinen Restaurant unweit des Turms. Konnten ja zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass uns noch ein großer Fußmarsch bevorstehen würde, für den wir alle unsere Kräfte benötigen würden… denn uns war aufgegangen, dass wir für unsere lange Heimreise nach Messina am nächsten Tag (insgesamt fast 12 Stunden inklusive Aufenthalt in Rom) noch keinen Proviant eingekauft hatten. Dank des Restaurant-Wifis war ich wieder an die Außenwelt angeschlossen. Ich hatte nämlich tags zuvor durch dreimalige Falscheingabe meiner PIN meine italienische SIM-Karte erfolgreich gesperrt und somit auch meinen Internetzugang deaktiviert (aber das ist wieder eine andere Geschichte…)

So kamen wir auf die glorreiche Idee den günstigen Zeitpunkt, dass ich wieder Internet hatte, zu nutzen und doch einfach via Google-Maps nach dem nächsten Supermarkt zu suchen. Idee gut. Ausführung.nunja. Denn, wie gesagt..nach Verlassen des Restaurants hatten wir kein Internet mehr..und sich eine Wegbeschreibung durch eine fremde Stadt zu merken, doch nicht so leicht, wie gedacht. So irrten wir in Kürze umher, verpassten den nächstgelegenen Supermarkt dann irgendwie doch, pilgerten zu einem anderen, den wir nach Aussage einer Einheimischen erreichen würden, wenn wir immer „avanti e avanti e avanti“ laufen würden. Diese ungenaue Angabe hätte uns stutzig machen müssen, tat es aber nicht..so liefen wir weiter fröhlich geradeaus, geradeaus..wir sahen schon ein durchgestrichenes Pisa-Schild, das anzeigte, das die Stadt zuende war…und dann endlich! Der Supermarkt. Naja den Begriff „Supermarkt“ kann man wahrlich als Untertreibung bezeichnen! Es war ein „Ipermercato“, ein Warenhaus, ein Monstrum eines Supermarkts…ungefähr so wie Real oder Walmart, die es ja auch in Deutschland in ähnlichen Dimensionen gibt. Da erstmal die Käse- und Brottheke zu finden…ein Kunststück! Eine Wanderung, ein elend langer Fußmarsch zwischen den Regalen begann. (und das, wo wir an diesem Tag sowieso schon so viel gelaufen waren). Nachdem wir also uns endlich alles aus den gefühlt kilometerweit voneinander entfernten Regalen zusammengesucht hatten… auf Richtung Pisa-Hauptbahnhof! Der nun sicher noch 1 Stunde entfernt war. Schmerzende Füße, vollgepackt mit Einkäufen, aber was blieb uns anderes übrig als immer weiter zu laufen! Fast am Bahnhof angekommen, noch ein letzter Blick auf Pisa..schönes Städtchen. Auch bei nahendem Sonnenuntergang. Und eben doch größer als gedacht…😉

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Italienische Reise – Teil 3: Kultur und Sightseeing in Firenze

Gut ausgeruht erwachten wir am nächsten Morgen in unseren Hostelbetten in Firenze. Wenn auch zunächst in einem Zustand der Verwirrung. Denn eigentlich wollten wir uns am vorherigen Abend nach unserer Ankunft „nur für ein paar Stunden hinlegen“, daraus war dann anscheinend doch mehr geworden, wie der Blick auf die Uhr verriet. „Ist jetzt 8 Uhr morgens oder 8 Uhr abends?“, war somit mein erster (verplanter) Satz des Tages. Derart ausgeschlafen fackelten wir daher auch nicht lange und starteten sogleich unseren Firenze-Stadtbummel, der mit einem Frühstück aus dem Supermarkt (Obst, Sesamkringel) eingeleutet wurde. Firenze ist teuer, wie wir recht schnell feststellen mussten! Dann ließen wir uns durch das kleine, irgendwie studentische und sehr (!) fahrradfreundliche Städtchen treiben, das trotz seiner über 360.000 Einwohner gar nicht sooo großstädtisch wirkt. Und mittendrin: Kultur so weit das Auge reicht. So wandelten wir auf den Spuren bedeutender Künstler und Gelehrter wie Michelangelo, Leonardo da Vinci, Donatello, Botticelli, Galileo Galilei und vielen weiteren, die Florenz in der Renaissance zu einen DER kulturellen Zentren aufsteigen ließen.

Viel zu sehen, keine Frage. Und ein einziger Tag sicher zu wenig, um alles zu sehen. Die legendären Uffizien, eines der bedeutsamsten Kunstmuseen weltweit, waren geschlossen (Montag!), aber auch das lässt sich ja irgendwann nachholen. Kunst hat ja bekanntlich keine Beine und läuft nicht weg.😉 Florenz – insgesamt ein hübsches Städtchen zum Flanieren. Ruhig und beschaulich, aber das ist sicher zur Haupt-Tourismussaison im Sommer auch anders…
So, und wer sich jetzt fragt, wie lange diese Reise noch weiter geht, dem sei gesagt: die letzte Etappe unserer italienischen Reise war schließlich Pisa mit dem weltberühmten schiefen Türmchen. Bericht und Fotos folgen dann bald hier im Blog.🙂

Italienische Reise – Teil 2: Sonniges Siena

Nachdem wir um 6 Uhr in Rom in den Zug nach Siena gestiegen waren, fielen wir sogleich in einen tiefen Schlaf, aus dem wir erst gute 3 Stunden später durch warme Sonnenstrahlen geweckt wurden. Zwar hatte der geheizte Zug uns schon ein wenig aufgewärmt, so richtig warm war mir allerdings immer noch nicht. Wie auch mit nassen Stiefeln (und leichter sizilianischer Kleidung) und nach einer langen durchfrorenen römischen Nacht. Welche Wohltat daher die Sonne! Die Toskana zeigte sich hier wirklich mal von ihrer besten Seite. Noch etwas derangiert machten wir uns in Richtung Siena-Zentrum auf (denn der kleine, beschauliche Bahnhof liegt etwas abseits) und fanden uns im Nu in der romantischen Altstadt mit kleinen gemütlichen Gässchen wieder. Sicher auch eine schöne Stadt zum Leben und Studieren…denn, das muss ich hier einfügen: Auch Siena stand damals auf meiner persönlichen Liste möglicher Städte für ein Erasmus-Semester. Die Zusage für Sizilien war aber früher gekommen und überhaupt hatte mich der Süden zu diesem Zeitpunkt mit seiner Aussicht auf Abenteuer und einen milden Winter mehr gereizt. Wie auch immer, ob nun Zufall oder Schicksal – ich bin in Sizilien, nicht in Siena gelandet. Gut oder schlecht gibt es in diesem Fall sicher nicht. Beide Studienorte haben so ihre Anziehungspunkte😉 Aber immerhin war jetzt Siena nicht völlig an mir vorbeigegangen und ich hatte es jetzt wenigstens noch geschafft, dorthin zu reisen!

Auf dem zentralen Platz Sienas, dem Piazza del Campo, auf dem jedes Jahr das weltberühmte Pferderennen „Palio di Siena“ stattfindet, hatte ich mich dann also auch mit meiner Uni-Freundin Eva aus Jena verabredet, die vor einigen Wochen in ihr Erasmus-Semester in Siena gestartet ist. War schon witzig, ein bekanntes Gesicht aus Deutschland mitten in der Toskana wiederzusehen und sich über die eigenen Erasmus-Erfahrungen auszutauschen. In Siena soll die Uni wohl ziemlich gut organisiert sein, was bei mir großes Erstaunen hervorrief: Ordnung und Struktur an einer italienischen Universität..unfassbar! Aber wahrscheinlich darf man hier, wie bei so vielem, tatsächlich vom starken Unterschied zwischen Nord- und Süditalien sprechen. Mentalität, Kultur, Menschen und Sprache Italiens wandeln sich je nachdem, in welchem Landesteil man sich gerade befindet.
Den Nachmittag verbrachten wir gemeinsam. Eva, Lisa und ich sonnten uns auf der Piazza, unterhielten uns, beobachteten das bunte Treiben, aßen Panini mit wunderbar pikanter toskanischer Salami und machten einen Bummel durch die malerische Altstadt Sienas. Die römische Kälte war dank der toskanischen Sonne zwar endgültig vertrieben, unsere Müdigkeit (nach über 24h ohne richtigen Schlaf) aber leider nicht, sodass Lisa und ich uns schon am Nachmittag in Richtung Florenz aufmachten, wo endlich ein (wohlverdientes) Hostel-Bett auf uns warten sollte. Siena – auf jeden Fall ein pittoreskes Städtchen, dessen Besuch sich sicher gerade zur Sommerzeit sehr lohnt. Auf ein Wiedersehen!

Italienische Reise – Teil 1: Rom, 3 Tage und eine durchgemachte Nacht

Samstagabend bin ich wieder in meiner Heimatstadt Berlin angekommen, aber so richtig fassen kann ich es immer noch nicht. 5 Monate habe ich also auf einer exotischen Insel gelebt und studiert, auf einer Insel, die ihre eigenen Regeln hat, an die ich mich zwar nur langsam und vielleicht auch nicht sehr schonend gewöhnt habe. Aber – so sentimental es auch klingen mag – Sizilien hat sich definitiv einen Platz in meinem Herzen erkämpft. Viva la Sicilia! Vor dem (doch letztendlich schmerzlichem) Abschied habe ich allerdings noch eine sehr schöne Reise auf das Festland unternommen. Italien!!! Rom, Siena, Florenz, Pisa. 6 Tage, 4 Destinationen. Ja, Lisa und ich hatten uns viel vorgenommen, haben es aber nicht bereut. Los ging es mit Rom.

Die Anreise mit dem Flugzeug – nunja – war von einer deutlichen Portion sizilianischer Gelassenheit geprägt. Wir verpassten unseren Flug beinahe deswegen und wurden schließlich sogar mit einem „Flughafen-Privat-Taxi“ (Auto von einem Sicherheitsbeamten) bis vor die Tür des Flugzeugs kutschiert. Ein großer Dank gilt immer noch dem Sizilianer mit großem Herzen, der es ermöglicht hat, dass wir trotz akuter Verplantheit unsere Reise antreten konnten und uns trotz Ablauf der Einsteigezeit noch ins Flugzeug ließ. (Grazie mille!)

In Rom angekommen ruhten wir uns aus, suchten unser Hostel und machten später einen Spaziergang zur Villa Borghese. Abends ging es weiter ins Stadtzentrum um das Colosseum von außen und weitere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Ich war zwar schon Ende 2012 in Rom, dennoch wurde es für mich nicht langweillig. Das abendlich beleuchtete Colosseum – einfach beeindruckend!

Tag 2 war dann leider sehr verregnet, sodass die Besichtigung des Colosseums von innen dann doch eher von nasser Sorte war. Allgemein erklärten wir den gesamten Tag zum Museumstag, weil es eben doch nicht soo viel Spaß macht durch die kalte Nässe zu laufen. Mir wurde schnell klar, dass ich wohl schon zu lange in den südlichen Gefilden Siziliens verbracht hatte, denn ich hatte viel zu wenig warme Sachen mitgenommen und war gar nicht mehr darauf eingestellt, dass es auch einfach nur mal 10 Grad am Tag warm war. Meine Stiefel stellten sich als nicht wirklich regendicht heraus, sodass ich am gleichen Tag noch zu einigen Shopping-Unternehmungen gedrängt wurde (sehr tragisch, ich weiß.)

Sehr schön war der Besuch der Galleria Nazionale dell’Arte Moderna. Eine interessante Zusammenstellung moderner Kunst aus diversen Stilepochen, ansprechend gestaltete Ausstellungsräume mit gemütlichen roten (Dandy-)Sofas (die ich am liebsten gleich mitgenommen hätte)…gut, dass wir da waren🙂

Tag 3, unser längster Tag in Rom (aber dazu später mehr), begann mit einem Besuch des Vatikans, wo die Schlange zu den Vatikanischen Museen und zum Petersdom aber dermaßen lang war, dass wir uns doch dazu entschieden, den Tag anders zu verbringen. Beispielsweise mit einem spontanen Picknick mitten in der historischen Altstadt Roms! Mit weiteren Bummeleien durch die römischen Bekleidungsgeschäfte. Mit einem Besuch Goethes Wohnhauses, das dermaßen unauffällig war, dass wir beinahe dran vorbeiliefen. Und schließlich landeten wir in einem Cafè mit leider doch sehr touristischen Preisen (4 Euro für einen Cappuccino! Mamma mia!)…

Nun muss ich aber doch mit dem eigentlichen Grund rausrücken, warum wir uns an diesem letzten (sehr regnerischen) Rom-Tag so krampfhaft beschäftigt hielten. Denn mal ehrlich – bei Dauerregen verzieht man sich doch wirklich lieber in sein gemütliches Hostel-Bettchen. Wenn man denn eins hat!

Und das hatten wir nicht. In einem Anflug von großer Abenteuerlust hatten wir schon vor Wochen beschlossen, das Hostel nur für 2 und nicht für 3 Nächte zu buchen. Mann, das würde toll werden! Tag und Nacht in Rom herumlaufen, was erleben, verrückte Dinge tun und dann morgens nach durchgemachter Nacht in den Zug nach Siena steigen! Doch mit jeder Stunde wurde uns doch langsam aber sicher die Idiotie hinter unserer Idee bewusst. Gerade die nächtlichen Stunden – begann uns mit jeder weiteren Stunde klar zu werden – würden die schwersten werden. Tagsüber war alles ohne ein Heim ja noch so einfach, man konnte in Geschäfte oder Cafès, Museen oder zu McDonalds gehn, wenn einem kalt war…aber nachts? Da würde doch alles zu sein.

Und so kam es also. Wir besuchten noch die Spätvorstellung des Kinofilms „Pompeji“ (gutaussehender Schauspieler mit Six-Pack..da wird einem doch gleich wieder warm ;)) und kamen also um 1 Uhr nachts aus dem Kino. Was nun? Zuerst schlenderten wir zur Fontana di Trevi, machten das obligatorische Foto, später liefen wir weiter durch die Straßen, versuchten uns mit diversen Fitnesseinlagen bei Laune zu halten. Mittlerweile war es nur noch 5 Grad warm…ich habe lange nicht mehr so gefroren wie in dieser Nacht. Vor dem Colosseum hörten wir Musik, setzten uns davor, beobachteten betrunkene Römer beim Feiern, spätestens an diesem Punkt – so lustig der Tag bisher auch gewesen war – hätten wir unser Selbstexperiment (Nachtdurchmachen in Rom) gerne abgebrochen. Doch nun gab es keinen Weg zurück mehr. Die Straßen waren wie ausgestorben, gab es denn nirgendwo mehr eine Kneipe, in der man sich wenigstens kurz aufwärmen konnte? Doch der einzige Pub, der uns aus der Ferne mit seinen erleuchteten Fenstern entgegenstrahlte, hatte gerade zugemacht. Wir liefen weiter Richtung Bahnhof, sahen seltsame Männer, die ein parkendes Auto demolierten und dann mit quitschenden Reifen davonfuhren. Das mulmige Gefühl in der Magengrube wurde immer stärker. Was hatten wir uns nur gedacht? 2 Mädels, nachts in Rom?! Und die Aussicht, am Bahnhof auf Dutzende von Obdachlose zu treffen, war auch nicht gerade beruhigend. Und dann auch noch das: Der Bahnhof war in der Nacht geschlossen und würde wohl erst kurz vor dem ersten Zug wieder aufmachen. Also, weiter..ausharren am Termini, bangen, dass wir bald in das Bahnhofsgebäude könnten, wo es wenigstens ein paar Grad wärmer als draußen sein würde. Um halb 5 dann endlich: die Türen gingen auf, wir – in einem Pulk aus Pennern – strömten hinein. Nach einer weiteren Stunde öffnete das erste Bahnhofsbistro. Ich habe wohl selten einen heiß-dampfenden Tee so genossen wie nach dieser durchfrorenen Nacht. Um 6 dann unser Zug nach Siena. Schlafen, aufwärmen! Toskana, wir kommen!

Bellissima Siracusa!

Siracusa, wie lange wollte ich dort schon hin! Auf den letzten Metern bis zur Erasmus-Ziellinie habe ich es dann doch noch geschafft. Lisa hatte Besuch von ihren Eltern und dies motiviert ja immer mehr was zu unternehmen. So machten wir uns also gestern zu viert in Richtung Südosten Siziliens auf. Und es hat sich ohne Frage gelohnt. Auch wenn wir leider – bedingt durch die wenigen Züge, die von Messina nach Siracusa (und zurück) fahren – nur 3 Stunden Aufenthalt hatten. Siracusa – eine sehr malerische, idyllische Hafenstadt, die zudem auch viel Kulturelles zu bieten hat. In der Antike gehörte die Stadt über mehrere Jahrhunderte zu den mächtigsten Zentren Siziliens, dementsprechend groß ist die Dichte archäologisch bedeutsamer Monumente und Bauwerke. Zur Besichtigung des Griechisches Theater war zwar keine Zeit, wir stürzten uns bei unserem Stadtrundgang auf die angegliederte Insel Ortygia, die sich durch verträumte Gässchen, eindrucksvolle Gebäude im Barock-Stil und einen pittoresken Hafen auszeichnet.

Che bella! Siracusa hat mich mit ihrem Charme auf jeden Fall verzaubert. Wenn ich nach Sizilien zurückkehre (wovon ich schon stark ausgehe) wird der Name dieser Stadt sicher auf der Liste stehen.

Donnerstag geht’s dann wie gesagt auf die italienische Reise. Freu mich schon sehr! Bis bald!

Italienische Reise

Wenige Tage noch bis zur Rückkehr. Die Erasmus-(Abschieds-)Feiern häufen sich (die letzten drei Nächte wurde gefeiert! Gestern in unserer WG in internationalem Flair mit viel Karaoke und improvisierten Tanzeinlagen). Kurz gesagt: eine wunderschöne Zeit neigt sich dem Ende zu. Ja, so sehr ich mich auch auf Berlin, auf meine Familie und Freunde in Deutschland, nach der gewohnten Umgebung und vielleicht sogar nach den einen oder anderen positiven Dingen in meiner Heimat sehne, langsam aber sicher kommt doch eine sentimentale, melancholische Stimmung auf. Ich habe hier in Messina, und überhaupt auf Sizilien viele unvergessliche Momente erlebt..es ist schade, dass mein Aufenthalt nicht doch ein klein wenig länger dauert (wenn es auch nur ein paar Wochen wären…)
Aber genug davon.

Lisa und ich hatten uns schon während der anstrengenden Prüfungszeit geschworen, uns mit einer italienischen Reise zu belohnen. Vielleicht nicht ganz so ausufernd, wie die von Goethe..aber was soll’s😉 Gerade zum Ende der Erasmus-Zeit war eben leider doch immer nur wenig Zeit gewesen, um herumzureisen. Deshalb waren wir uns schnell einig: Wir machen eine Abschlussfahrt auf’s Festland! Denn Sizilien ist eben doch ganz besonders (wie wir jetzt beide sehr gut wissen) und manchmal fühlt es sich – vielleicht auch bedingt durch die Insellage – so an, als wäre Sizilien ein eigenständiges Land (mit dementsprechenden besonderen Traditionen und Verhaltensweisen ;))

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Nächste Woche Donnerstag brechen wir also zunächst gen Rom auf, wo wir 2 volle Tage verbringen werden. Sonntag geht’s dann nach Siena, abends nach Florenz. Dort bleiben wir einen Tag und besichtigen die Stadt. Tags darauf nach Pisa. Dann zurück nach Rom. Und von dort – zwar nicht der günstigste Weg, aber wir lieben es beide mit dem Zug zu reisen, den halben Stiefel runter in Richtung „zuhause“ – Messina, Sizilien! Soweit der Plan.😉 Mit der Ausführung werden wir sehen, wir befinden uns ja schließlich im Land des Chaos, von daher, wir sind auf jede Menge Abenteuer, Überraschungen und hoffentlich viele schöne Momente gefasst. Ich werde viele Fotos machen – und dann bald hier berichten, was sich auf unserer italienischen Reise so ereignet hat!